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Platelet Rich Plasma (PRP)

Platelet Rich Plasma (PRP) ist Blutplasma (der flüssigen Anteil des Blutes), das mit Blutplättchen (Thrombozyten) angereichert wird. Die Anreicherung geschieht mit Blutplättchen aus dem eigenen Blut des Patienten. Dazu wird ihm Blut entnommen, dieses in einer Zentrifuge in seine Bestandteile getrennt und in einem mehrphasigen Prozess ein Maximum an Blutplättchen gewonnen. Der Wirkstoff der PRP-Therapie ist also nichts anders als hochkonzentriertes Plasma, reich an Blutplättchen und zahlreichen Wachstumsfaktoren zur Wundheilung. Der Facharzt injiziert das «platelet-rich» Plasma direkt ins betroffene Gelenk. Das so aus Eigenblut gewonnene PRP hilft bei einer Arthrose die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit verbessern. In der Regel braucht es mehrere Spritzen, bis eine Wirkung eintritt. Allerdings konnte ein Knorpelaufbau durch PRP bislang nicht nachgewiesen werden.

Am besten wirkt die PRP-Therapie im früheren Stadium der Arthrose. Diese Behandlung ist also eine konservative Behandlungsmethode, wenn knorpelaufbauende Präparate (mit Chondroitinsulfat und Glucosamin) keinen Effekt mehr zeigen und kann insbesondere dann eingestzt werden, wenn Hyaluronsäureinjektionen (welcher nachweislich der PRP Therapie unterlegen sind) oder Cortisoninjekjtionen nicht indiziert sind.

Blutplättchentherapie (Platelet Rich Plasma – PRP) wird also mit angereicherten Thrombozyten (Blutplättchen) durchgeführt. Wir verwenden das GPS® III-System. Dabei werden die patienteneigenen Thrombozyten, die durch den Blutstrom wandern, verwendet. 

Wenn die Blutplättchen aktiviert werden, werden Wachstumsfaktoren freigesetzt, die die körpereigene heilende Reaktion stark unterstützen: 

  1. Plättchenabgeleiteter Wachstumsfaktor (PDGF-aa, PDGF-ab, PDGF-bb) stimuliert die Zellvermehrung, fördern die Blutbahnbildung und die Bildung von Epithelien und Granulationsgewebe.
  2. Transformativer Wachstumsfaktor (TGF-ß1, TGF-ß2): Fördert die Bildung von extrazellulärer Matrix und reguliert den Stoffwechsel der Knochenzellen
  3. Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF) fördert die Blutgefässbildung
  4. Epidermaler Wachstumsfaktor (EGF) fördert die Zelldifferenzierung und stimuliert Reepithelisierung, Blutgefässbildung und Kollagenase-Aktivität 
  5. Fibroblasten-Wachstumsfaktor (FGF) fördert die Proliferation von Endothelzellen und Fibroblasten, stimuliert die Blutgefässbildung

 

Die medizinische Literatur u.a. hat folgende Wirkungen gezeigt:

  • Beschleunigung der Knochenregeneration
  • Weniger Knochenfehlverheilungen bei Fusionsverfahren
  • Weniger Wundsekretionen und Blutverlust nach Operationen
  • Weniger Schwellungen nach Operationen auftreten, dadurch weniger Schmerzen
  • Geringere Narbenbildung und Fibrosen nach Operation
  • Effektiv bei der nicht-operativen Arthrosebehandlung
  • Antimikrobielle Wirkung

 

Nachbehandlung

Nach der PRP-Therapie sollten Sie die Belastung der Sehnen nicht übertreiben, so dass Regenerationsvorgänge auch in Gang kommen können. Eine Sehnen-regeneration bzw. Knorpelregeneration dauert bis zu 6 Monaten, was die Erholung der mechanischen Eigenschaften der Sehne betrifft.

Entzündungshemmer wie nicht steroidale Antirheumatika (Brufen, Ponstan, Voltaren, Mephadolor etc.) sind in der Behandlung der Schmerzen während der Regenerationszeit nicht erwünscht oder zumindest nicht sinnvoll, da die Sehnenregeneration über eine Entzündungsreaktion der speziellen Zusatzstoffe ausgelöst wird und diese Entzündungsreaktion weder gebremst noch gestört werden sollte.

 

Letzte Aktualisierung: 30.03.2020